15: 90 Jahre Sternentheater in Hamburg – Ein Gespräch mit Direktor Prof. Thomas Kraupe

Genau zum 90. Geburtstag traf Verleger Wolfgang E. Buss Prof. Thomas Kraupe um zu gratulieren. Ihm persönlich, für seine innovative Arbeit und dem gesamten Team. „Herzlichen Glückwunsch zum Neunzigsten!“

Seit 1930 ist das Planetarium Hamburg im ehemaligen Winterhuder Wasserturm im Stadtpark untergebracht. Es ist damit eines der dienstältesten „Sternentheater“ weltweit. Dabei war der rote Backsteinbau für etwas ganz anderes gebaut worden, wie sein Name schon verdeutlicht. Die Anfänge gehen auf das Jahr 1910 zurück. Damals plante Hamburgs Baudirektor Fritz Schumacher (1869-1947) einen „sozialen Park“ vor, der auch den Bau eines Wasserturms vorsah. Im Winterhuder Stadtpark erhielt der Turm den wohl schönsten und repräsentativsten Standort von Hamburg. 1912 begann der Architekt Oscar Menzel mit dem Bau des Turms. Durch kriegsbedingte Unterbrechungen konnte das Bauwerk erst 1916 vollendet werden. Seine Aufgabe als Wasserturm erfüllte das Bauwerk nur bis 1924, dann wurde es aus dem Versorgungsnetz genommen. Als Wasserturm reaktiviert wurde der Bau noch einmal zu Beginn der 30er Jahre.

Vom Wasserturm zum Planetarium

Der Weg zum Planetarium war dem Astronomie-Enthusiasten Hans Hagge zu verdanken. Er überzeugte den Hamburger Senat, ein Planetarium einzurichten. Am 5. August 1925 unterzeichneten Verantwortliche des Hamburger Staats in der Firma Carl Zeiss in Jena einen Vertrag über die Lieferung des Projektionsapparates Modell 2. Erst 1929 stimmte die Hamburger Bürgerschaft dann dem Vorschlag zu, das Planetarium im Winterhuder Wasserturm einzurichten.

1975 wurde Dr. Erich Übelacker erster hauptamtlicher Planetariumsleiter. „Ich erinnere mich noch gut an Vorstellungen in seiner Zeit“, so Wolfgang E. Buss, der als „Hamburger Jung mit dem Vater versuchte, Astronomie zu verstehen. (Podcast im AlsterCast, siehe unten). Alles war damals noch etwas „wissenschaftlich“!

2000 übernahm der Astrophysiker Thomas W. Kraupe als Direktor das Hauses. Zunächst wurde das Planetarium grundlegend nach Entwürfen des Hamburger Architektenbüros Bothe-Richter-Teherani (BRT) modernisiert. Am 22.Oktober 2003 erfolgte die festliche Wiedereröffnung, tags darauf standen lange Schlangen von Besuchern vor dem Planetarium. Kraupe hat im Laufe der Jahre eine völlig neuen Bildsprache entwickelt, die Astrophysik für jeden verstehbar und erlebbar macht, wie er im Podcast beschreibt..

Ergebnis: Seit seiner Wiedereröffnung im Oktober 2003 erfreut sich das Planetarium Hamburg eines gewaltigen Publikumszuspruchs – ca. 300.000 Besucher machen Planetarium Hamburg mit weitem Abstand zum bestbesuchten deutschsprachigen Planetarium. Mit jährlich drei bis vier großen Produktionen als Premieren, Europapremieren oder Uraufführungen gehört das Hamburger Sternentheater weltweit zu den renommiertesten Häusern seiner Art.

Ein davon war übrigens ausverkaufte Abende mit dem Thema „Reisen in die Stille“, die der Publizist Wolfgang E. Buss gemeinsam mit dem Planetarium produzierten.

Aktuell feiert Thomas Kraupe mit seinem Team den Geburtstag stark eingeschränkt. Ohne Publikum, ohne Ehrengäste – dafür virtuell! Unter www.planetarium-hamburg.de bietet das Haus großartige Einblicke per Internet.

Das ALSTER MAGAZIN gratuliert trotzdem herzlich!