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Editorial

Hamburg erlebt am Sonnabend wieder eine Fahrrad-Demo. Nein, nicht der Fahrrad-Club-Deutschland lädt ein, sondern „Hamburg Pride“, jener Verein, der jährlich mit dem „Christopher-Street-Day“ die City etwas bunter und vielfältiger machte – doch jetzt ist Corona. Bis zu 3.000 radelnde Teilnehmer*innen hat die Polizei aktuell erlaubt – und klare Corona-Regeln verordnet. Auf acht Kilometern Pedal-Strecke worum gehen? Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich, so der Artikel 3 GG. Männer und Frauen sind gleichberechtigt, ist dort zu lesen, und: Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Sehr gut! Reicht aber Hamburg Pride nicht. Was dem Verein fehlt: „Sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität“, sie sollen mit rein ins Grundgesetz. Das heißt, wenn ich mich als Frau fühle und so aussehe, aber ein Mann bin und mir trotzdem schöne Brüste operieren lies, was bin ich dann? Frau oder Mann, nein: divers. In Berlin müssen jetzt Stellen wie folgt ausgeschrieben werden: Sachbearbeiter gesucht, d/w/m. „D“, steht für divers und muss am Anfang stehen. Bei dem einen löst es Kopfschütteln aus, für andere ist ein wichtiger Schritt zur Gleichstellung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans* und intergeschlechtlichen Menschen. 


Ich hatte ihn mit deutlichen Worten kritisiert: Christoph Ploß (CDU), damals Ende 2016, als er sich als 31-Jähriger in der Kandidatenwahl um den Bundestag gegen Dietrich Wersich durchsetzte und viele Glückwünsche aus seiner Partei bekam! „Können auch wir Bürger Ihnen gratulieren?“, fragte ich in meiner Kolumne? Verstehen Sie diese Welt besser – mit Ihren 31 Jahren – als die Klempnergesellen, Unternehmer, Professoren, Manager oder Verleger aus Hamburg, für die Sie Politik machen wollen? Dann könnten wir Ihnen gratulieren. „Oder wollen Sie einfach nur ein weiter so? Werden Sie ein kritischer politischer Geist – es ist nicht mehr alles in Ordnung in unserem Land!“, schrieb ich damals ins Stammbuch. Die Kritik schlug ziemliche Wellen.

Und jetzt wird er Hamburgs jüngster CDU-Chef. Er will und muss seiner derzeit maroden und auf 11,2 Prozent geschrumpften Landes-CDU neue, junge Akzente setzen. Und keineswegs, wie angemahnt, mit angepasster „Weitereso-Politik“. Ich habe ihn vor kurzen erneut zu einem Gespräch getroffen. Hören Sie mal rein – und Sie merken, der Mann ist tatsächlich irgendwie anders! Hören in: magazine.hamburg/Alstercast.

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