Zeigt euch VERANSTALTUNGSTIPP

16 ALSTER-MAGAZIN NR. 02 2018 ALSTER MAGAZIN L O C A L P E O P L E Frauen sind voll von falschen Vorstellungen von Attraktivität, sagt Autorin, Coach und Stand-up-Comedian Nicole Jäger . Im März tritt sie in Winterhude auf. Wir sprachen mit ihr über weibliche Körperlichkeit, Selbstakzeptanz und den richtigen Zeitpunkt, etwas an sich zu verändern! Zeigt euch! Am 9. März tritt Nicole Jäger mit ihrem Programm Nicht direkt perfekt im Goldbekhaus, Moorfuhrtweg 9, auf. Infos und Tickets über goldbekhaus.de. Das gleichnamige Buch ist im Rowohlt Verlag erschie- nen, hat 272 Seiten und kostet 14.99 . Mehr Infos auf www.nicole-jaeger.de VERANSTALTUNGSTIPP I hr aktuelles Buch trägt den Titel Nicht direkt perfekt, und genau darum geht es den Wahn zum Perfektsein. Sich dem Thema zu stellen und dennoch glücklich damit zu werden, nicht perfekt zu sein, ist eine echte Herausforderung und der Weg dahin ist gespickt mit allerlei Katastrophen und humorvollen Momenten, sagt Nicole Jäger. Das ist es, worüber ich schreibe und lache. Sie selbst ist das beste Beispiel für diesen Findungsprozess. Früher wog sie 340 Kilogramm und hat ihr Gewicht mittlerweile mehr als halbiert. Führte dies nun zu mehr Selbstakzeptanz oder war sie überhaupt die Bedingung dafür, etwas an sich zu ändern? Ich möchte durchaus noch so einiges an Gewicht verlieren und dennoch mag ich meinen Ist-Zustand, erklärt sie. Mir ist durchaus klar, dass ich weit entfernt bin davon perfekt zu sein, aber es geht doch auch gar nicht darum, dies zu sein, es geht ums Glücklichsein. Und dieses muss gefunden und eingefordert werden, abseits von den Zwängen, die besonders Frauen auferlegt werden. Frauen sind umgeben von Tabus. Dinge, die man nicht sagen darf, nicht tun darf, die man nicht essen, nicht anziehen, nicht küssen darf und das schlimmste Tabu von allen sagt: Solange du nicht schlank oder idealgewichtig bist, hast du dich gefälligst nicht wohlzufühlen. Das ist doch Unfug. Unglücklich zu sein macht niemanden gesund, niemanden schlank, niemanden zufrieden. Ein positives Gefühl für sich selbst und die Einsicht, dass es nicht schlimm ist, wenn man ab und an mal ein totaler Vollpfosten ist, ist, glaube ich, sehr wichtig. Wir müssen uns selbst vergeben, nicht perfekt zu sein, und dann können wir an uns arbeiten, wenn wir das denn wollen, und wenn nicht, dann ist das auch okay. Doch eine solche Akzeptanz muss man nicht nur selbst, sondern auch gesellschaftlich erkämpfen, erklärt die Kabarettistin und Autorin: Zwar haben Frauen heute mehr Freiheiten und so einige Revolutionen hinter sich, dennoch machen wir unser Seelenheil von der Zahl auf einer Waage oder einer Kleidergröße abhängig. Wir sind selbstbewusster geworden, aber auch voller Komplexe. Es wird Zeit für neue Revolutionen, wir sind mittendrin und solange wir noch immer darum kämpfen müssen, dass es doch bitte normal ist, dass wir nicht alle gleich aussehen, dass wir uns aussuchen können, wer und wie wir sein wollen und dass es nicht das eine Ideal gibt, welchem wir alle hinterherrennen und doch niemals ankommen, solange ist da noch viel Arbeit. Christian Luscher Wir dürfen zeigen, was wir haben, sagt Nicole Jäger. Sie fordert ihre Geschlechtsgenossinnen auf, überkommene Ansprüche und Erwartungen zu sprengen und zum eigenen Körper zu stehen. Fo to : S te ph an P ic k