punkt Krimi setzt

14 ALSTER-MAGAZIN NR. 05 2021 aber auch nicht auf permanente Hochspannung getrimmt. Das Betätigungsfeld meiner Hauptfiguren ist die Mordkommission; per se nicht die aufregendste Art der Verbrechungsbekämpfung. Zudem stehen zwischenmenschliche Beziehungen bei mir im Vordergrund. Der Plot spielt in einem weitestgehend realistischen Ambiente mit rational handelnden Figuren. Es gibt nichts geheim- nisvoll Mystisches. Polizisten sollen ja schon berufsbedingt einen gewissen Abstand wahren und auch über einen respekteinflößenden Habitus, wie z.B. ein schwarzes Outfit, verfügen. Daher werden sie gelegentlich mehr als Funktionsträger und weniger als Menschen, wie du und ich wahrgenommen. Meine Polizisten sind dagegen zunächst mal richtig sympathische Leute mit Emotionen, und zudem pflegen sie einen netten Umgang. Übrigens einer der Kritikpunkte meiner Testleser: unrealistisch, weil viel zu nett und zu umgänglich! Recht haben sie! Aber genau darum geht es mir. Nämlich einen Kontrapunkt zu setzen zu den Disharmonien, mit denen wir heutzutage massenhaft kon - frontiert werden. Dies ist ein Auszug aus einem längeren Interview, mehr gibts auf: alster-aktuell.de ALSTER MAGAZIN L O C A L P E O P L E Krimi setzt Kontra punkt Der Uhlenhorster Autor John George Bernard hat eine außergewöhnliche Krimi-Serie veröffentlicht: KOELLBERGS . Sie beschreibt den beruflichen und privaten Alltag einer Hamburger Familie , deren Mitglieder Verbrechen bekämpfen. Alster Magazin: Ihrer Vita ist zu entnehmen, dass Sie ein bewegtes Berufsleben hinter sich haben, in dem die literarische Welt nicht vorkam. Was hat Sie dazu veranlasst, einen Neustart als Romanautor mit gleich drei Werken zu wagen? John George Bernard: Für einen Neustart sollte man einen Plan haben. Ich hatte keinen. Eines Tages habe ich mich hingesetzt, und mit dem Schreiben begonnen ohne genaue Vorstellungen darüber, wo die Reise hingehen wird. Als Ruheständler hatte ich zum ersten Mal die Zeit und den Kopf dafür frei. Für mich war es zunächst mal nur ein Selbstversuch. Über eine Veröffentlichung hatte ich damals noch nicht nachgedacht. Und das hat sich zwischenzeitlich geändert? Als das Raw-Skript des ersten Bandes fertig war, habe ich es in meinem Bekanntenkreis verteilt mit der Bitte um eine konstruktiv kritische Beurteilung. Die Rückmeldungen waren sehr differen - ziert aber auch anregend und vom Grundtenor verhalten positiv. Ausschlaggebend für mich war letztendlich die Neugierde mei- ner Lektoren. Man wollte wissen, wie es mit den Koellbergs weitergeht. Also begann ich mit Teil II meiner Chronik über die Hamburger Familie. Dabei wurde mir bald klar, dass der Plot, der sich in meinem Kopf abzeichnete, nicht in einen einzigen weiteren Band passen würde. Demzufolge entwickelte sich die Idee zu einer Romanserie. Und damit stellte sich dann auch die Frage einer Veröffentlichung. Planen Sie weitere Romanprojekte eventuell auch mit anderen Sujets? Derzeit nicht. Ich bin und bleibe Hobbyautor. Eine Profession sehe ich darin für mich nicht. Ich denke, KOELLBERGS ist sicher nicht mainstreamtauglich; eher ein Nischenprodukt. Wieso? Was ist in Ihren Büchern anders? KOELLBERGS ist kein Krimi im herkömmlichen Sinn. Meine Familienchronik ist aufgebaut wie ein Tagebuch; nicht langweilig, Die drei KOELLBERGS- Bände sind bei Alster Krimi erschienen. Infos: alster-krimi.com In der Krimiserie KOELLBERGS sind die Ermittler sympathischer als gewöhnlich, so der Autor. ANZEIGEN-SPEZIAL