DRESDEN Roman über

NR 07 2021 ALSTER-MAGAZIN 21 DRESDEN: Volksdorfer und Autor: Prof. Dr. Michael Göring E r war lange der Chef der Hamburger ZEIT-Stiftung. Und er hatte ein Hobby, Romane schreiben: Michael Göring. Nun hat er ein neues Buch veröffentlicht. Es ist eine Familiengeschichte über die letzten Jahre der DDR. Denn dort kennt sich der Autor aus. Er selbst fuhr bereits 1975 das erste Mal in die DDR. Und knüpfte dort Freundschaften. Die sich so entwickelten, dass er immer wieder in den Osten fuhr, meistens nach Dresden. Und aus diesen reichen Erfahrungen hat er heute, 30-50 Jahre später, diesen Roman geschrieben. Im Gespräch ver- rät er mir auf die Frage, wie der Detailreichtum dieser Erzählung entstehen konnte, und dass er bereits damals seine Erfahrungen in Form von Notizen und Tagebuchseiten aufgeschrieben hat. Im Mittelpunkt steht Fabian, ein neugieriger Student aus der BRD, der in genau dieser Zeit immer wieder in die DDR reiste. Ist Fabian eigentlich Michael Göring, Dresden ein Stück Autobi- ografie? Göring beschreibt wunderbare Menschen in der DDR, die in einem schwierigen System, indem sie immer wieder Angst haben mussten, dass die Stasi mithörte. Und wo man immer Gefahr lief, wenn man mal einen klugen Gedanken äußerte, ins Interesse der Behörden geriet. Doch es gab auch eine sehr intakte, integre Bevölkerung, so die Erinnerungen Görings. Der Roman beschreibt die Dresdener Familie, deren 18-jähriger Sohn versucht, durch die Elbe zu schwimmen, um in den Westen zu gelangen. Er wird aufgegriffen, ins Gefängnis gesteckt, der Vater darf nie wieder ins Ausland reisen. Die Hauptfiguren des Romans sind gebildete, Kunst- und Musik begeisterte Dresdner. Wolfgang E. Buss fragt nach: Ich bin nur einziges Mal in die DDR gefahren, mit dem Auto nach Ostberlin. Doch die Schikanen und Erniedrigungen, die ich an den Grenzkontrollen über mich ergehen lassen musste, von ganz kleinen Leuten, haben mich so angewidert, dass ich mir schwor, mir das nie wieder anzutun. Wie ging es Ihnen bei Ihren vielen DDR-Reisen? Nun, das war wirk - lich eine Tortur, lächerlich, einfach fürchterlich besonders an den BUCHHINWEIS: Michael Göring: DRESDEN, Roman ei- ner Familie. 300 Seiten, Osburg Verlag, 24,- Euro (auch als Hörbuch erhältlich) Roman über die letzten Jahre der DDR In einem Literatur-Talk spricht Wolfgang E. Buss mit dem Hamburger Autoren Prof. Dr. Michael Göring über sein neues Buch DRESDEN. Es beschreibt die letzten Jahre der DDR von 1975 bis 1989. Während zahlreicher Reisen und Besuchen in die DDR begegnet der westdeutsche Fabian den Menschen im anderen Deutschland und beschreibt diese Phasen wunderbar detailreich. Übergängen in Berlin. Aber ich dachte, das sind zwei blöde Stunden an den Grenzkontrollen, dann bist du wieder auf der anderen Seite, aber dann war es für mich irgendwie abgehakt. Der Roman endet mit dem Ende der DDR, beschreibt also noch den politischen Wandel und den Aufbruch. Kai, der einst versuchte, durch die Elbe schwimmend in den Westen zu fliehen und dafür im Knast landete, sitzt plötzlich in einem der 14 Flüchtlingszüge von Ungarn nach in die BRD, Genscher hatte in seiner legendären Rede die Ausreisegenehmigung angekündi- gt. Wird es noch eine Fortsetzung einen Nachwende-Roman geben? Michael Göring wird in Zukunft mehr Zeit haben zum Schreiben. Und der Gedanke, die Entwicklung eines gemeinsamen Deutschlands, des Zusam- menwachsens, ebenso wie die bis heute gebliebenen Unterschiede zwischen Ost und West, zu beschreiben, ist im Autor bereits präsent. Wir dürfen gespannt sein. QR-Code scannen oder auf: www.magazine. hamburg/alstercast Hören Sie das ganze Gespräch mit dem Autoren als Podcast: : D a vi d A us se rh of er . ( Po rtr a its G ör in g ) ALSTER MAGAZIN L O C A L P E O P L E