Jürgen Hunke BODEN

22 | ALSTERTAL MAGAZIN GUTEN-MORGEN-HAMBURG JÜRGEN HUNKE selbst war im HSV über 30 Jahre in verschiede- nen Positionen aktiv: Präsident, Aufsichtsratsmitglied, Vorsitzender der HSV-AG u.a. Viele Fußballfreunde haben den Wunsch zu erfahren, was die wirklichen Gründe für den Niedergang sind. In mehreren Folgen wird Jürgen Hunke erklären, wie es so weit kommen konnte und vor allem beschreiben, an welchen Stellschrauben man drehen muss, um eine Verbesserung der Gesamtsituation zu erzielen. Herr Hunke, der HSV verkümmerte vom stolzen europäischen Spitzen-Club zu einem Mitläufer in der 2. Liga. Wo liegen die Wurzeln für dieses Übel? Als ich vor ca. 30 Jahren Präsident des HSV wurde, lag der Club finanziell in Schutt und Asche. Man ist damals von Vereinsseite an mich herangetreten mit der Frage, ob ich mir zutraue, den Club zu sanieren. Leider waren die wirklich Verantwortlichen für die Misere allesamt weggelaufen, und es gab keine Antworten dazu, wie der riesige Schuldenberg entstanden war. Um Präsident zu werden, bedarf es einer demokratischen Wahl. Ja, und es entwickelte sich damals ein außergewöhnlicher Kampf um das Präsidentenamt. Dank der Unterstützung besonders durch die Fans und die Sporttreibenden erhielt ich hervorragende, die entscheidende Unterstützung. Das Amt ist ehrenvoll und verbirgt im Detail manche Last... ...zum Glück lag das HSV-Büro nur 100 Meter von meiner Woh - nung entfernt. Deshalb konnte ich schon früh morgens mit meinem Ehrenamt beginnen. Aber nach der ersten Bestandsaufnahme gab es eigentlich keine Hoffnung, da die Banken jegliche Unterstützung ablehnten - eine ähnliche Situation wie heute. An welcher Stellschraube dreht man dann? J.H. Ich habe mich erstmal richtig unbeliebt gemacht, indem ich alle 3000 Ehrenkarten gestrichen habe, bis auf die von Uwe Seeler und den Behinderten. Shitstorm würde man heute die Reaktionen nennen. J.H. Ich hatte auf einen Schlag 3000 Feinde in Hamburg. Aber keiner konnte mir auf die Frage in meinen Brief, was der Grund für ein Anrecht auf die Dauerkarte sei, eine plausible Antwort geben. Es sind bösartige Kommentare gefallen aber die Einnahmesteigerung für den HSV lag bei einer Million. Das war natürlich nur ein erster Schritt? Der Hamburger SV ist ein Universal-Sportverein mit über 30 Abteilungen, über 100 Jahre alt und durch die Fußball-Bundesliga weltbekannt . Leider hat sich der Verein seit Jahrzehnten negativ entwickelt. Mit dem Ergebnis, dass der früher in ganz Europa erfolgreiche Club nun in der 2. Liga spielt. Dafür gibt es Gründe. Darüber hat das Alster-Magazin mit Jürgen Hunke gesprochen, um die Hintergründe aus seiner Sicht zu erklären. Jürgen Hunke: DER HSV LAG AM BODEN! a nn a -l en a -e hl er s. d e