unter Strom Stunden

24 | ALSTERTAL MAGAZIN 12 Stunden unter Strom Kerstin Bastian hat es geschafft: Zusammen mit rund 200 weiteren Deutschen hat die Klein-Borstlerin am legendären Ironman auf Hawaii teilgenommen. Wir haben mit ihr über den aufregenden Trip an das andere Ende der Welt gesprochen. Alstertal-Magazin: Sie haben zum ersten Mal an den Ironman-Weltmeisterschaften auf Hawaii teilgenommen. Wie zufrieden sind Sie mit ihrer Leistung? Kerstin Bastian: Meine Erwartungen habe ich definitiv übertroffen. Auf Hawaii ist es heiß wie in einem Backofen, auch weil das Lavagestein die Hitze reflektiert. Hinzu kommt, dass es extrem windig ist und man anders als sonst im offenen Meer mit teils starkem Wellengang zu kämpfen hat. Von daher ist die Leistung, die man dort erbringt, noch einmal ganz anders zu bewerten. Wie haben Sie es geschafft, sich für den Ironman zu qualifizieren? Gemessen an der Anzahl der Teilnehmer wird pro Rennen eine be - stimmte Anzahl an Slots vergeben. Weil es in meiner Altersklasse allerdings nicht mehr so viele Starterinnen gibt, erhält in der Regel nur die Erstplatzierte diesen Slot. Qualifiziert habe ich mich dann über den diesjährigen Ironman in Hamburg. Einmal an den Ironman-Weltmeisterschaften teilzunehmen, ist der Traum vieler Triathleten. Ging es ihnen genauso? Nein, mein Traum war es nicht. Ganz einfach deshalb, weil ich zu viel Respekt vor der Aufgabe hatte und befürchtete, meinem Körper damit nichts Gutes zu tun. Erst wollte ich den Slot auch nicht annehmen, hab es dann aber doch getan und nicht bereut. Die zweimonatige Vorbereitungszeit mit rund 20 Trainingsstunden pro Woche hat sich gelohnt. Sie sind Amateurin, müssen neben dem Training also auch Familie und Job unter einen Hut bringen. Wie haben sie das geschafft? Das ist definitiv ein Lebenskompromiss, den ich eingehen muss. Verabredungen mit Freunden muss ich schon mal absagen und Dinge wie Alkohol sind ohnehin tabu. Zudem braucht es ein gutes Zeit - management. Mein Tag beginnt in der Regel früh morgens um 4.30 Uhr. Vor und nach der Arbeit gibt es jeweils eine Trainingseinheit. Sie haben für den Ironman zwölfeinhalb Stunden gebraucht. Hatten sie denn mal das Gefühl, das Ziel nicht zu erreichen? Ja, Versagensangst würde ich es nennen. Ich wusste ja, dass die Leute hier vor dem Fernseher sitzen und mir zuschauen. Die Angst es nicht zu schaffen, war definitiv da, auch weil man bis kurz vor dem Start noch nicht wusste, wie die Bedingungen überhaupt sein würden. Es war hart, aber ganz offensichtlich machbar. Jonas Bormann MAGAZIN Trainingseinheiten quer durch das Alstertal: Katrin Bastian bereitete sich mit dem Lauftreff Alstertal auf den legendären Ironman vor. Weitere Infos unter www.lauftreff-alstertal.de. K a i W eh l