halte jedem Falle

ALSTERTAL MAGAZIN | 27 MAGAZIN Kernklientel der SPD. Heute wählen viele dieser Menschen entweder gar nicht, oder größtenteils andere Parteien als die Ihre. Wie können Sie die Menschen am Tegelsbarg überzeugen, dass die SPD noch die Partei für sie ist? Die von uns geforderte Grundrente ist doch ein perfektes Beispiel dafür, dass die SPD die Partei für diese Menschen ist. Wir finden: Wer lange für einen kleinen Lohn gearbeitet, Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt hat, hat das Recht, im Alter besser abgesichert zu sein als jemand, der nicht gearbeitet hat. Das ist eine Frage der Anerkennung und Gerechtigkeit. Ich kann Ihnen auch ein konkretes Beispiel dafür geben, was das dann heißt: Die Friseurin, die 40 Jahre lang auf dem Niveau des Mindestlohns gearbeitet hat, käme auf 961 statt 512 Euro Rente. Die CDU und CSU will lieber den Soli für die 10-Prozent-Topverdiener abschaffen. Wir sagen: Anerkennung von Lebensleistung statt Steuergeschenke für Reiche! Wo sehen Sie die künftigen Ziele und Herausforderungen der Metro- polregion Hamburg? Sie würden uns fluglärmgeplagten Alstertalern Sie sagten schon Ende letzten Jahres, dass es mit der Großen Koalition in Berlin so nicht weitergehen kann. Wie ist jetzt Ihre Meinung dazu? Hat die Große Koalition über die Legislaturperiode Bestand? Und sollte sie es überhaupt? Vom Ende der Großen Koalition zu sprechen halte ich in jedem Falle für verfrüht. Wir werden jetzt in dieser Regierung weiter an der Um- setzung unserer Pläne arbeiten: Für die Grundrente, für den Abbau der Zweiklassenmedizin, für höheres Bafög und vieles andere mehr. Die Große Koalition ist ja erst spät in einen wirklichen Arbeitsmodus gekommen. Das liegt aber auch an dem Sommertheater, das Horst Seehofer und seine CSU veranstaltet haben. So oder so bin ich kein Freund von Großen Koalitionen und auch diese Koalition ist nichts weiter als ein Zweckbündnis, welches nötig wurde, weil die Jamaika- Sondierer versagt haben. Sie haben den Ruf, gerne mal z.B. auf Twitter gegen politische Gegner auszuteilen, teilweise hatte das für Sie schon juristische Konsequenzen. Würden Sie sagen, derartige Auseinandersetzungen gibt es generell zu selten in der Konsenskultur der Politik oder sollten das wirklich nur Ausnahmen sein? In einer Demokratie müssen die Unterschiede zwischen den Parteien erkennbar werden. Dass die da oben alle gleich seien ist schließlich populistischer Nonsens, wie man nicht nur beim Thema Grundrente Vom Ende der Großen Koalition zu sprechen halte ich in jedem Falle für verfrüht. wirklich einen Gefallen tun, wenn wir den Hamburg Airport doch noch auf schleswig-holsteinisches Gebiet verfrachten könnten Der Flughafen liegt ja faktisch zum Teil in Schleswig-Holstein, und die Bewohner von Norderstedt und Umgebung sind genauso vom Lärm geplagt wie die Menschen im Alstertal. Deshalb müssen Hamburger und Schleswig-Holsteiner an einem Strang ziehen, wenn es um gute Lösungen für weniger Fluglärm geht aber nicht nur da: Auch bei den Themen Stra- ßenverkehr, öffent- licher Personennah - verkehr und bezahl - bares Wohnen ist gute Zusammenar- beit gefragt. Diese stellen sicherlich die größten Heraus- forderungen für die Region dar. Ralf Stegner auf einem Parteitag: Seit 2014 ist er einer der fünf stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD. Christian Luscher, stv. Chefredakteur Alstertal Magazin, Ralf Stegner und der Alstertaler SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Dr. Tim Stoberock. Wir trafen Ralf Stegner am Rande einer Veranstaltung im HdJ Tegelsbarg. Neben eigenen Fehlern haben uns natürlich die Querelen in der Großen Koalition sehr geschadet. sieht. Sie haben Recht: Ich stehe nicht im Verdacht, diese Unterschie- de zu wenig zu betonen und scheue die Auseinandersetzung nicht. Das bleibt aber auch bei den Leuten hängen! Vor Jahren wurden mal Menschen in einer Umfrage gebeten anzugeben, in welcher Partei sie welche Politiker vermuten. Ergebnis: 100 Prozent der Leute wussten, dass ich in der SPD bin. Das hat mich sehr zufrieden gemacht! Fo to : S te ff e n V o ß