Rechtsverstöße ahnden MAGAZIN

ALSTERTAL MAGAZIN | 25 MAGAZIN E s scheint wie im Straßen-Verkehr zu sein: Obwohl es in unseren Städten eine Geschwindigkeitsbegrenzung oder Parkverbote gibt, hält sich längst nicht jeder an das Gesetz. Man hofft, nicht erwischt zu werden und wenn doch, schimpft man auf die Polizei. Im Internet gibt es eine neue Gruppe von Marktteilnehmern, die sich ähnlich verhalten: Obwohl es seit vielen Jahren ein Wettbewerbsrecht gibt, übrigens ein wichtiger Teil des Verbraucherschutzes, das detailliert vorschreibt, wie sich Markteilnehmer verhalten müssen, hält man sich nicht dran. Konkret geht es um die Kennzeichnungspflicht von Werbung. Im TV kennen wir dazu die Kennzeichnung Werbesendung, in unseren Magazinen sind einige Inhalte mit Anzeige oder Anzeigen-Spezial gekennzeichnet. Denn der Verbraucherschutz verpflichtet uns seit vielen Jahren, werbliche Inhalte als diese für den Verbraucher zu kennzeichnen. Daran halten sich derzeit alle seriösen Publikationen. Doch eine Gruppe zeigt sich lernresistent: Sogenannte Influencer, die sich von Unternehmen Geld, Waren oder Sonstiges geben lassen, dieses aber gerne verschweigen. Denn: Man möchte sich cool geben, als beste Freundin, mit einem persönlichen Tipp! Doch hinter der Masche steckt klares Kalkül: Werbung! Aber auch Hersteller und Werbekunden lieben und nutzen gerne die kleinen Lügen. Weniger begeistert sind aktuell deutsche Gerichte. Sie verbieten diese Form der Schleichwerbung nachdrücklich und verhängen saftige Urteile. Die namhafte Hamburger Rechtsanwältin und Presserechtlerin Dr. Patricia Cronemeyer bestätigt: Auch neue Werbeformen unterliegen den gleichen, rechtlichen Bestimmungen wie die klassische Werbung. Wer für eine Werbung einen Gegen- wert erhält, muss dies kennzeichnen. Dies dient dem Schutz des Verbrauchers vor Schleichwer- bung. Cronemeyer vertritt auch den Magazin Verlag Hamburg im Falle relevanter Verstöße. Auch andere mahnen Wettbewerbsver- stöße derzeit konsequent ab. Ist es schon Werbung, wenn auf dem auf Instagram geposteten Foto eine Jacke mit Herstellerlink zu sehen ist die Jackenmarke aber kein Geld für das Foto bezahlt hat? Nein, sagen viele Influencer. Ja, sagt auch der Verband Sozi - aler Wettbewerb (VSW), der gerade mit unzähligen Abmahnungen gegen Blogger, Youtuber und Instagramerinnen für Aufmerksamkeit sorgt. Auch die Wettbewerbskammern und Gerichte geben den Kritikern Recht und urteilen für den Verbraucherschutz. Ebenfalls gefordert ist der Gesetzgeber ist. So hat Digitalisierungsstaatsmi- nisterin Dorothee Bär nach einer themenbezogenen Veranstaltung angekündigt, ein besseres Ökosystem für Influencer zu schaffen, denn viele haben Angst vor der nächsten Abmahnung. Sehr klar macht ein aktuelles und etwas drastisches - Statement einer Instagram-Influencerin die Situation: Meine Follower fühlen sich doch echt gearscht, wenn ich da überall WERBUNG oder ANZEIGE hinschreiben soll! Die sollen glauben, hey, ich bin deine Freundin, du kannst mir echt vertrauen und das ist mein Lieblingstipp für dich! Diese Haltung ist vielen anderen inzwischen teuer zu stehen gekommen. Rechtsanwältin und Presserechtlerin Dr. Patricia Cronemeyer: Rechtsverstöße ahnden!