GOAnekdoten Provisorium Jahre

16 | ALSTERTAL MAGAZIN GOAnekdoten Im Alstertal Magazin 6 hatten wir etwas über die Geschichte des GOA gebracht und nach Anekdoten gefragt. Zwei Leser haben uns spannende übermittelt, die wir hier gerne veröffentlichen. D as absolute Provisorium, in dem wir gleich nach dem Krieg in der Oberschule für Jungen und Mädchen in Poppenbüttel lebten, liefert selbstverständlich die allerschönsten Anekdo- ten aus dem für heutige Verhältnisse unvorstellbar primiti- ven Ambiente am Poppenbüttler Schleusenstau. Als Angehöriger des ersten genuinen Abiturjahrgangs (Abi 54: 17 Abiturienten von ca. 100 Schülerinnen, die 45 in drei Klassen eingeschult worden waren; vor uns war nur der Langemarck-Jahrgang fertig geworden) gebe ich hier nur ein halbes Dutzend zum Besten: 1. Der Sandplatz zwischen den Baracken diente nicht nur als Schulhof in den Pausen, sondern war gleichzeitig Sportplatz. Und mehrmals im Jahr geschah es, dass beim Feldhandball-Spiel der Ball in Richtung Norden an der Baracke vorbei den Abhang hinunter in den Schleusenstau rollte. Spielunterbrechung! Natürlich nicht für irgendeinen Videobeweis wie heute, sondern die ganze Klasse rannte hinterher und stand am Ufer, wenn einige von uns mit Messlatten den Ball ans Ufer zu raken versuchten. Wenn er vom Wind abgetrieben zu weit draußen war, half nur, dass ein oder zwei sich schleunigst schwimmend um den Ball bemühten... Manchmal war damit dann das Ende der Sportstunde schon erreicht! 2. Vor der zuerst gebauten, der Langemarck-Baracke (unten), wurde unter dem schmalen Dachüberstand auch die Schulspeisung ausgegeben, für die alle Schülerinnen und Schüler natürlich ihre Kochgeschirre mit zur Schule brachten. Jeden Tag waren acht kräftige Schüler eingeteilt, aus dem Provisorium die an der Bäckerbrücke auf den mit Holzgas betriebenen LKW warten mussten, um dort die Kübel in Empfang zu nehmen. Sie mussten dann zur Schule getragen werden. Der Job war beliebt, denn nicht selten verspätete sich die Ankunft des Speisewagens, sodass für die Träger manche Schulstunde einfach ausfiel... 3. Die Hausmeister-Baracke (Alstertal-Magazin, S. 22 oben Mitte) enthielt neben der Hausmeister-Wohnung (links, erkennbar an der Gar- dine) nur einen weiteren Klassenraum (rechts), der mit alten hölzernen Schulbänken ausgerüstet war, wie man sie heute nur noch im Schulmu- seum zu sehen bekommt. Im Winter musste der Hausmeister nicht nur hier, sondern in allen Klassenräumen die Öfen anheizen. Während des Unterrichts kam er manchmal, um Holzscheite nachzulegen. Zuweilen erledigten wir das selbst. In den kalten Wintern 46/47 und 47/48 reichten die Holzvorräte nicht immer, sodass wir nach Hause geschickt werden mussten. Auch konnte der Ofen an sehr kalten Tagen den Raum nur mühsam erwärmen, obwohl er rotglühend erhitzt war! 4. Die Wasserversorgung war tatsächlich beschränkt auf die eine Schwengelpumpe, die ihren Standplatz zwischen den beiden Plumpsklos hinter der Langemarck-Baracke hatte. Aus ihr bezogen wir das erfrischende Nass zur Erfrischung an warmen Tagen, zum Händewaschen, zum Ausspülen der Kochgeschirre und um uns gegenseitig nasszu- Bei der Grundsteinlegung 1952 durfte Wulf Denecke vor versam- melter Schüler- und Lehrerschaft Schiller zitieren. (Siehe Punkt 6) 75 Jahre GOA Eines der ersten Gebäude der Schule (damals noch in Poppenbüttel) war dieLangemarck-Baracke (Foto: 1959). MAGAZIN 1952 wurde neu gebaut (Foto: 1960). 1963 erhielt die Schule den Namen GOA. Fo to s: H a lv o r Jo ch im se n Fo to : p riv a t