SAUEREI Lemsahl großen

18 | ALSTERTAL MAGAZIN SAUEREI in Lemsahl Ende Juni wurde auf einer rund 1,5 ha großen Waldfläche östlich der Lemsahler Landstraße ein umfassender Kahlhieb innerhalb der Nist- und Brutsaison vorgenommen. Viele Anwohner meldeten sich daraufhin bei den Fraktionen , der Umweltbehörde oder dem Bezirksamt. Auch die Grüne Fraktion Wandsbek hat sich vor Ort ein Bild vom Umfang der Fällungen gemacht. Nach bisherigem Stand liegt für die Fällungen weder ein Antrag noch eine Genehmigung vor. Da keine Genehmigung vorliegt, ist zu befürchten, dass auch keine Überprüfung der Nist- und Brutge- gebenheiten stattgefunden hat, so die Wandsbeker GRÜNEN. Wir stimmen mit der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrar- wirtschaft (BUKEA) als zuständige Behörde darin überein, dass in Abhängigkeit des vor Ort festgestellten Eingriffs die Waldflächen in jedem Falle wiederaufzuforsten sind und dazu auch rechtliche Schritte geprüft werden müssen. Hierzu wird zunächst von den Eigentümern eine Stellungnahme eingefordert. Der Schutz, der Erhalt und die Pflege der Natur-Räume in unserer Stadt spielen für uns eine zentrale Rolle. Der verantwortungsvolle Umgang und die nachhaltige Bewirt- schaftung der Wälder und Waldflächen sei essentiell für eine gutes Stadtklima und den Artenschutz in unserer Stadt. Julia Chiandone, Fraktionsvorsitzende: Das Ausmaß der Fällungen in Lemsahl ist erschreckend. Wir erwarten von den Eigentümern, dass sie konstruktiv mit der Fachbehörde zusammenarbeiten und schnellstmöglich mit der standortgerechten Wiederaufforstung beginnen. Auch Dennis Thering, Vorsitzender der CDU-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, ist vom Ausmaß der Rodung entsetzt. Ich wollte es kaum glauben, als ich von zahlreichen Anwohnern hörte, dass eine Vielzahl an Bäumen an der Lemsahler Straße zwi- schen Fiersbarg und Bökenbarg von einem Tag auf den anderen verschwunden sind. Mit einer Anfrage an den Senat habe ich nun um Aufklärung des Sachverhalts gebeten und ich bin entsetzt, dass rund 1,5 Hektar Wald entlang der Lemsahler Landstraße offensichtlich ohne Genehmigung einfach gerodet wurden. Der schöne Fichtenwald wurde damit weiträumig vernichtet. Und klar ist, diese Rodung kann natürlich nicht folgenlos bleiben. Neben einer eventuellen Geldstrafe für die Verursacher muss der Fichtenwald auf jeden Fall auf deren Kosten umgehend wieder aufgeforstet werden. Zusammen mit seinem Kollegen Thilo Kleibauer hatte der Hum- melsbüttler aus diesem Grund am 02.07. eine Schriftliche Kleine Anfrage an den Senat gerichtet. In der Antwort acht Tage später wird deutlich, dass zwar ein Antrag auf die Fällung einiger vom Borkenkä- fer befallener Fichten auf einem der betroffenen Flurstücke gestellt, aber nicht genehmigt wurde. In einem Telefonat habe die zuständige Behörde den Eigentümer auf die Rechtslage hingewiesen, so die Stadt in der Antwort. Ein Angebot der Fachbehörde zu einer gemeinsamen Ortsbesichtigung habe der Eigentümer abgelehnt. Die trotzdem durchgeführte Fällung war demnach unzulässig, so die Stadt weiter. Auf die Frage Therings, ob der Fachbehörde Erkenntnisse über weitere Planungen bezüglich des Grundstückes vorlägen heißt es, dass das nicht der Fall sei. Rechtlich scheint die Sache aber klar: Eine kahlgeschlagene Fläche bleibt Wald im Sinne des Landeswaldgeset- zes. Waldbesitzer sind nach § 6 Absatz 1a des Landeswaldgesetzes verpflichtet, verlichtete oder kahl geschlagene Waldflächen in angemessener Frist wieder aufzuforsten oder zu ergänzen, soweit die natürliche Bestockung unvoll- ständig bleibt. kw Wandsbeker Grüne vor Ort bei der Begutachtung des Geländes - Julia Chiandone, Fraktionsvorsitzende und Jan-Hendrik Blumenthal, Fachsprecher Stadtplanung. Fo to : G rü ne W a nd sb ek MAGAZIN Konnte es kaum glauben, so Dennis Thering, Vorsitzender der CDU-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, zum Ausmaß der Rodung. C D U H a m b ur g