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ALSTERTAL MAGAZIN | 41 MAGAZIN Begrüßungen , Wortungetüme und Verballhornungen der Gender-Sprache. Sinnvoll fair, albern oder Unsinn? Liebe Mitgliederinnen und Mitglieder! Liebe Gästinnen und Gäste! - Kinderinnen und Kinder - - Spatzinnen und Spatzen - - Feldwebelinnen und Feldwebel - - Menschinnen und Menschen - - Christinnentum statt Christentum - Zu Fuß Gehende statt Fußgänger ProfessX statt Professor/in Studierendenheim statt Studentenheim Idiotinnen statt Idioten diese Sprache nicht wollen. Gleichberechtigung ja, aber eine Gen- dersprache wollen die Menschen einfach nicht. Müller wirft Ploß daher vor, die Angleichung der Amtssprache oder andere Schritte in Richtung Geschlechtergerechtigkeit nur dann zu gehen, wenn ihn die Gerichte dazu zwingen. Werden wir bald erleben, dass sogar das dritte Geschlecht wie bereits in Stellenanzeigen w/m/d in unsere Alltagssprache ein- fließt, also Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Diverse? Und wie wird es bei den Toiletten? Bei der Toiletten-Bezeichnung hatten die Grünen im Rathaus während ihres Partei-Empfangs einige Toiletten als DIVERS, also speziell für das dritte Geschlecht, um - benannt. Doch diese Entwicklung sieht Farid Müller eher gelassener. Ich denke eher, dass wir wie in Frankreich neutrale Toiletten bekommen werden. Also eine Toilette für alle, den pragmatischen Weg. Doch nicht nur in der Sprache soll sich Geschlechtergerechtigkeit abbilden, vielmehr und deutlicher auch in anderen gesellschaftlichen Ebenen. Zum Beispiel bei den Jobs. Die Frauenquote steht als Synonym für die unterschiedlichen Positionen, sich der Gleichstel- lung zu nähern. Ploß allerdings hat sich in seiner Partei gegen eine Frauenquote ausgesprochen. Warum? In einer Demokratie sollten die besten Leute in die jeweiligen besten Positionen gelangen, und nicht Menschen wegen bestimmter äußerer Faktoren! Also weil sie Männer, Frauen, jung oder alt sind oder einen Migrationshinter - grund haben. Ich möchte zum Beispiel bei der Kandidatenwahl in Parteien keinen wegen bestimmter äußerer Faktoren ausschlie - ßen, so Ploß. Doch die Wahrheit bildet aktuell etwas anderes ab. So sind in den Vorständen deutscher DAX-Konzerne kaum Frauen zu finden. Sie sind reine Männerdomänen. Muss deshalb politisch nachgeholfen werden? Es hat doch Gründe, warum in Parteien oder Unternehmen die CDU-Fraktion im Hamburger Rathaus hat nur drei Frauen diese deutlich unterrepräsentiert sind. Obwohl wir seit Jahrzehnten Gleichstellung in den Gesetzen haben. Um dem zu begegnen, will Ploß die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ändern statt eine Quotenregelung einzuführen. Aber es ändert sich doch nichts, obwohl genau das schon lange gefordert wird, widerspricht Müller. Wir Grüne leben die Quote in der Partei, und bei uns hat genau das deutlich die Rolle der Frauen in der Partei verbessert, so Müller. Für die Wahlkreise sieht Ploß durch die Quote in der Partei keine Vorteile, dabei bleibt er. Mehr noch: Er sieht die Quote sogar als diskriminierend an, wenn bestimmte Personen eben wegen einer Quote gar erst nicht gewählt werden können. Wenn zum Beispiel bereits eine Quotenfrau oder ein Quotenmann eine Stelle besetzt haben. Gemäß unserem Grundgesetz, so Ploß weiter, muss es für alle die Möglichkeit geben, egal welchen Ge - schlechts, kandidieren zu können. Alle anderen Regelungen würde das Verfassungsgericht kippen. Doch Müller kritisiert: Die Be - setzung der Ämter und Mandate in der CDU zeigt doch, das die Gleichstellung nicht funktioniert. Erneut kontert Ploß: Es geht mir nicht um Gleichstellung sondern um Gleichberechtigung. Also um Chancengleichheit. Dann scheint es diese in der CDU aber nicht zu geben, gibt Müller zurück. Feste Quoten sind für Ploß, das macht er deutlich, planwirtschaftliches Denken. Er will aber den Wettbewerb. Die Unterschiede in den politischen Positionen lassen sich in diesem Gespräch noch nicht überwinden. Doch bei aller Unterschiedlichkeit kann es nötig werden, beide Positionen anzunähern. Wann? In einer möglichen schwarz-grünen Koalition im Bundestag nach der Bundestagswahl im Herbst 2021. Die Option einer schwarz-grünen Mehrheit halten viele Beobachter für durchaus denkbar. Übrigens haben wir Hamburger Erfahrungen mit dieser Koalition. Im April 2008 formierte Deutschlands erste schwarz-grüne Landesregierung und besiegelte den Koalitionsvertrag nach fünf Wochen Verhandlung. Die allerdings scheiterte, also Ole von Beust zurücktrat. Wolfgang E. Buss äußert in diesem Gespräch Zuversicht für so eine Option. Zukunft gibt es nur, wenn Ökologie und Ökonomie zusammen gedacht werden. Das ist wie Sommer und Winter beide gehören zusammen! Das ganze Gespräch ist als Podcast zu hören (siehe unten). Es macht irgendwie Mut zu erleben, dass man über unterschiedliche Positionen gemeinsam reden kann. Ganz anders als es Trump und Biden in ihrem unsäglichen Wahl-Talk vorgemacht haben. www.magazine.hamburg/alstercast und auf allen wichtigen Podcast-Portalen Hier den AlsterCast hören: