Wieviel Frauenquote brauchen

24 | ALSTERTAL MAGAZIN MAGAZIN Wieviel Frauenquote brauchen wir? PODCAST MIT DER LEMSAHLERIN KRISTINA TRÖGER Sie ist eine vielseitige Frau. Unternehmerin , CeU-Präsidentin und Netzwerkerin . Was beschäftigt sie derzeit am stärksten? Wie wichtig sind gemischte Teams? Was ist von der Frauenquote zu halten? Darüber sprach Wolfgang E. Buss mit der Business-Frau in unserem Podcast AlsterCast . Gemischte Vorstandsteams sind die besten, sagt Kristina Tröger im Podcast mit Wolfgang E. Buss. U lri ch T rö g er Wir leben im 21. Jahrhundert und haben noch immer ein Un- gleichgewicht bei Frauen in der Gesellschaft. Insbesondere bei DAX-Vorständen wird das deutlich. Kristina Tröger findet klare Worte. Viele Frauen erlebten das nicht so stark. So herrschen zum Beispiel in Berufen wie Lehrerinnen oder Krankenhauspersonal sehr ausgeglichene Geschlechteranteile, in denen es keiner Quote bedarf. Deshalb sind Frauen in mittleren Hierarchien oft gegen die Quote. Dort ist sie nicht wichtig. Je höher allerdings die Positionen in Konzernen werden, desto deutlicher wird sichtbar: Hier haben fast nur noch immer Männer das Sagen. Doch warum ist das so? Die CeU-Präsidentin hat da Erklärungen: Männer ziehen immer Männer nach! Und, das ergänzt sie deutlich: Wir müssen den Frauen sagen: Zieht Frauen nach, wenn ihr in guten Positionen seid. Frauen würden viel mehr hinterfragen, so Tröger. Am Beispiel Aufsichtsrat macht sie es deutlich: Wenn ein Mann angerufen wird, ob er einen Aufsichtsrats-Posten annehmen möchte, sagt der sofort: ja! Eine Frau fragt zunächst nach, was ist denn das, was gibt es zu tun, was genau sind meine Aufgaben? Das Engagement für die Frauen in Unternehmensführungen, wa - rum ist das immer noch so wichtig? Dazu gibt es viele Erklärungen, auch wissenschaftliche. Es habe auch mit der Kinderbetreuung und dem Schulsystem zu tun, besonders bei Alleinerziehenden könne es zu einer Überforderung durch die Doppelbelastung kommen. Wollen Frauen sich nicht in das Hauen und Stechen begeben? In die Kämpfe in den Konzernspitzen, mit 16-Stunden-Tagen? Dabei seien gemischte Teams, laut der CeU-Präsidentin, das Beste. Und Frauen müssen Frauen nach ziehen. Tröger spricht sich deutlich für gemischte Teams aus. Nicht für reine Frauen-Teams. Sie seinen wissenschaftlich belegt das erfolg - reichere Modell. Sie sind effizienter und haben die besten Ergebnisse im Ertrag. Doch die Konzernspitzen sind oft verkrustet, und was Deutschland angeht, nicht immer flexibel, in Chance-Prozessen oft unterlegen. Es steht die Frage im Raum, hätten wohl Frauen den millionenfachen Abgas-Manipulationen bei VW zugestimmt oder einen anderen Weg beschritten? Die zwei wichtigsten Positionen in Europa sind mit Frauen besetzt: Angela Merkel als Kanzlerin der größten europäischen Volkswirt - schaft und Ursula von der Leyen als Präsidentin der EU-Kommission. Doch Kritiker und Zeitgeschichtler stellen insbesondere Merkel ein bitter schlechtes Zeugnis aus: Nie war die deutsche Gesellschaft so tief gespalten in der Nachkriegsära wie unter Merkel. Und nie konnte eine AfD mit sagenhaften 20 % zur stärksten Opposition im Deutschen Bundestag werden, ein Ausdruck der Abspaltung großer Gesellschaftsgruppen, die sich angewidert von der Merkel-Politik abgewandt haben. Verbindend war da nichts! Man könne nicht alle Frauen über einen Kamm scheren, so Tröger. Einzelne Frauen, wie Merkel, sind nicht typisch für femininen Führungsstil. Auch eine Frau könne zum Machtmenschen werden, und ausgleichende Elemente in den Hintergrund geraten. Mit typisch Frau ist nicht alles zu beantworten. Auch bedeutende Klima-Ikonen Greta Thunberg und Luisa Neubauer sind weiblich. Mit ihnen führen zwei junge Frauen die Bewegung. Doch auch Thunberg spaltet die Gesellschaft tief. Mit ihren Beschimpfungen während des Auftritts in der UNO (How dare you?) behauptete sie, man habe ihr die Fortsetzung auf Seite 26