Jürgen Hunke RICHTIGEN

26 | ALSTERTAL MAGAZIN GUTEN-MORGEN-HAMBURG Alster-Magazin: Der HSV, einer der größten Vereine in Deutschland, hat kürzlich seine Jahreshauptversammlung abgehalten. Waren Sie mit dem Verlauf zufrieden, und ist der Verein für die Zukunft gerüstet? Jürgen Hunke: Leider waren von den rund 80 000 Mitgliedern lediglich rund 400 anwesend. Und bei den für mich entscheiden- den Fragen waren nur noch circa 220 im Saal, die mit über die Zukunft des Vereins diskutieren wollten. Welche Ursachen sehen Sie für das mangelnde Interesse? In einem Fußballverein ist es in der Regel der sportliche Misserfolg, auch das Drumherum und die finanzielle Schieflage. Das sind die wahrscheinlichen Gründe, warum sie fernbleiben. Einst Spitze in Europa, jetzt nur noch zweitklassig - mehr Enttäuschung geht für die HSV-Anhänger allerdings kaum... Dass wir im vierten Jahr in der zweiten Liga spielen, ist eine Blamage für einen der einst erfolgreichsten Verein Deutschlands. In den letzten sieben Jahren gab es ein mehrstelliges negatives Millionenergebnis im operativen Geschäft. Aber dafür sind nicht die Fußballer und nicht die Trainer verantwortlich, sondern die handelnden Personen im Management. Ich habe von meinem Vater gelernt, man darf nie mehr ausgeben als man einnimmt. Das ist die sicherste Methode für eine solide Finanzpolitik. Was ist zu tun, den unbefriedigenden Zustand deutlich zu verbessern? Ganz wichtig ist das richtige Konzept von Motivation und Begeis - terung, eine mittel- bis langfristige Ausrichtung. Der HSV hat das Glück, viel Erfahrung in der Vergangenheit als sehr erfolgreicher Fußballclub zu haben. Darum muss man als ordentlicher Kauf - mann alle Details hinterfragen und beachten. Aus meiner Sicht ist der wichtigste Baustein des Erfolgs die völlige Transparenz bei allen Zahlen und Entscheidungen. Hier wünsche ich mir eine ganz andere Offenheit. Warum funktioniert das nicht? Man hat die Mitglieder und den Verein bei der Ausgliederung vor einigen Jahren betrogen mit Versprechung und Zusagen, die man nicht einhalten wollte oder konnte. Ich gebe ein Beispiel. Wenn wir früher im HSV e.V. eine Satzung verändert haben, hat sich damit ein Satzungsausschuss meist über ein Jahr lang intensiv in vielen Diskussionen beschäftigt. Das führte dann zu einem guten Ergebnis. Aber durch die Ausgliederung wurde der Club in einen Kaum Teilnehmer auf der Jahreshauptversammlung. Im vierten Jahr 2. Liga ist eine Blamage . Die Beteiligung Kühnes war ein Fehlschuss . Wie an die Erfolge der Vergangenheit anknüpfen? Wann können wir in Hamburg wieder Spiele gegen Borussia Dortmund oder Bayern München sehen? Ein Gespräch über die HSV-Zukunft. Jürgen Hunke: IST DER HSV AUF DEM RICHTIGEN WEG? a nn a -l en a -e hl er s. d e