LESERBRIEFE Hamburger Baupolitik

28 | ALSTERTAL MAGAZIN MAGAZIN LESERBRIEFE Die Kolumnen unseres Verlegers Wolfgang E. Buss sowie unsere Beiträge rufen immer starke Reaktionen hervor. So schrieben uns diesmal viele Leserinnen und Leser beispielweise zur Hamburger Baupolitik im Norden der Stadt . Einige interessante Zuschriften stellen wir Ihnen hier vor! Fortsetzung auf Seite 30 Sehr geehrter Herr Schmidt, mit großer Verwunderung haben wir Ihre Gegendarstellung im Alstertal- Magazin 8 gelesen. Besonders irritiert hat uns dabei, dass Sie sich von einem angeblichen Korruptions-Verdacht exkulpieren wollen. Haben Sie es wirk- lich nötig sich persönlich oder andere Mitglieder des Bauprüfausschusses und Bauausschusses diesbezüglich rechtfertigen zu müssen? Weiterhin sind wir höchst irritiert darüber, dass Sie es quasi als Naturgesetz betrachten, allen Bauvorhaben mit den vielen Ausnahmeregelungen ohne Einwände zustimmen zu müssen, weil der Bauträger hierauf einen An- spruch hat. Das kommt uns sehr bekannt vor, weil uns ein Parteifreund von mir das Gleiche höchst wortreich bei einer Begehung vor Ort mitgeteilt hat. Warum Lieber Herr Schmidt gibt es denn überhaupt derartige Gremien, wenn doch quasi a priori ein Zustimmungszwang besteht? Viele betroffene Bürger haben deshalb nach den Diskussionen mit Ihnen und dem besag- ten Parteifreund den Eindruck bekommen, dass Sie beide dieses Thema einfach nicht durchdrungen haben. Oder könnten vielleicht doch Interes- senkonflikte bestehen? Selbstverständlich hätten Sie nicht nur dem Bauvorhaben Maetzelweg 7 und ähnlichen Vorgängen aufgrund der vielen Ausnahmen nicht zustim- men müssen. Ein politischer Kollege aus Rahlstedt hat das Ihnen, und allen Anwesenden, genau dies in der Sitzung des Bauauschusses am 13.04.21 vorgehalten. Da solche Klötze weder sozial noch ökologisch für unser Gemeinwesen verträglich sind, wäre das hier sogar Ihre Pflicht gewesen solchen Bauvorhaben nicht zuzustimmen. Und dann hätte der Bauträger ja gerne munter klagen können, wie das bisher gerade nicht im Geltungs- bereich des Bauprüfausschusses Walddörfer passiert ist. So aber haben Sie mit Ihrem Abstimmungsverhalten Maklern und Baufinanzieren weitere Gelegenheit gegeben, erneut Reibach zu Lasten unseres Gemeinwesens zu machen. Im Namen der Bürgerinitiative Volksdorf 40+ Andreas Schoolmann Sehr geehrte Damen und Herren, ich beziehe mich auf Ihren Artikel im Alstertal-Magazin, der meine Meinung zur Bebauung in Volksdorf voll und ganz wi- derspiegelt. Ich beobachte mit zunehmendem Missfallen die rücksichtslo- se immer engere Bebauung, die dem ursprünglichen Charakter der Walddörfer widerspricht. Auch bei mir in der Straße wurde das Einzelhaus meiner Freunde nach deren Auszug abgerissen und der wunderschön angelegte Garten einfach plattgemacht. Nun stehen auf dem Grundstück zwei Häuser in handtuchgro- ßem Abstand. Vor den Häusern bleibt kaum Platz für einen Vorgarten, da ja Stellplätze für die Autos geschaffen werden müssen. Aufgrund der Größe der Häuser dürfte auch im hinteren Bereich lediglich noch Raum für einen Minigarten bleiben. Es ist bestimmt Allen klar, dass dringend genügend Wohn- raum in unserer Stadt angeboten werden muss. Daher ist es zwar bedauerlich, aber verständlich, dass die großen Grund- stücke in den Walddörfern doppelt bebaut werden, aber sollte es nicht möglich sein, eine verbleibende Mindestgrünfläche vorzu - schreiben und eine unnötige Versiegelung zu verbieten? Außerdem kann sich das Gros der Wohnungssuchenden wohl kaum ein Heim - Eigentum oder gemietet - in unserer schwin- delerregend teuren Gegend leisten. Insofern ist das Thema Wohnraumbeschaffung hier verfehlt. Anstoß erregen auch die immer öfter zutage tretenden Sonder- genehmigungen für Bauten, die ursprünglich in vielen Straßen- zügen verboten wurden. Dafür werden sogar uralte Buchen und Eichen gefällt. Kein normaler Gartenbesitzer dürfte sich einen solchen Baumfrevel straffrei erlauben! Wozu haben wir Vorschriften, wenn es so leicht möglich ist, sie zu umgehen? Müssen wir jetzt sogar um unsere unter Natur- schutz stehenden Gebiete fürchten? Ich unterstütze Ihre Initiative für ein sinnvolles Bauen mit Maß aus vollem Herzen. Mit freundlichen Grüßen Marianne Klimek Sehr geehrter Herr Bus s, als regelmäßiger Leser Ihres Editori- als möchte ich gern ein e Ergänzung vornehmen: Zur Nazirie ge gehörten auch Frauen. In der Zei t konnten die widerlichsten Charakte reigenschaften ausgelebt werden: z.B. als KZ-Aufse- herinnen oder Denunzi antinnen, die Menschen ohne Skrupe l ans Messer geliefert haben. Mit freundlichen Grüße n Rolf Roßbach